Godox AD180 Bare Bulb


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Da ich bereits zum Godox AD360 einen Artikel verfasst habe, versuche ich den Artikel zum Godox AD180 kompakt zu halten. Manche Punkte, welche ich bereits beim AD360 aufgeführt habe, werde ich nur kurz anreißen. Es lohnt sich daher bestimmt Euch den Artikel zum AD360 ebenfalls zu Gemüte zu führen, wenn der AD180 Euer Interesse weckt.

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Den Godox AD180 Bare-Bulb habe ich nach einem Handball Shooting gekauft.

Mit meinem Godox TT600S, als Fill-Light bin ich bei hohen Blitzfolgen und der Lichtausbeute, aufgrund von Überhitzung an seine Grenzen gestoßen. Daher entschied ich mich für diese Anschaffung, um flexibler aufgestellt zu sein und mit genügend Energie an die Shootings zu gehen.

 

Wenn man sich vor Augen führt, dass man für weniger Geld eines originalen Kompaktblitzes (von Sony, Nikon oder Canon) mit Leitzahl 60, einen Bare-Bulb mit mehr als der doppelten Licht-Verteilung (in anderen Online Tests gemessene 150 Ws) erhält, fiel die Entscheidung nicht schwer. Zumal ich von den Godox Produkten nach wie vor überzeugt bin.

Ich möchte Euch in meinem Artikel wieder die technische Ausstattung näher bringen und auch ein Feedback aus dem Einsatz geben.

 

Als kleine Randnotiz: Ich kaufe sämtliches Gear von eigenem Budget und erhalte weder Geld noch Sachleistungen von Godox. Ich verwende die Geräte aus Überzeugung, aufgrund gesammelter Erfahrungen.

 

Größe und Bauweise

 

Beim Godox AD180 handelt es sich, wie bei allen mir bekannten Godox Produkten, um ein hochwertig gefertigtes Gerät. Der Bare-Bulb fühlt sich solide und sehr stabil an.

Im Vergleich zu Kompaktblitzen, ist er ähnlich schwer. Jedoch muss man die Batterieeinheit dazu rechnen, welche extern den Blitz versorgt und zusätzliches Gewicht mit sich bringt.

Die Arretierung des Kopfes erfolgt mittels Knopf, welchen man zum entriegeln drücken muss und stabil wieder arretiert, wenn man ihn los lässt. Hier erkennt man schon das funktionale und durchdachte Konzept des Gerätes. Dies unterstreicht den wertigen Eindruck den das Gerät bereits beim ersten in die Hand nehmen erzeugt.

 

Bauform bedingt besitzt der AD180/360 kein Einstelllicht, wie bei Studioblitzen und das Fokus-Hilfslicht befindet sich unterhalb des Blitzkopfes. Dies ist leider keine praktikable Lösung. Denn beim Einsatz von Softboxen ist das Hilfslicht blockiert und nicht zu gebrauchen. Dies ist aus meiner Sicht der einzige, aber dafür sehr schwer wiegende Negativpunkt.

Interface

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Die Rückseite des AD180 ist simpel und sehr übersichtlich gestaltet. Der Aufbau ist gleich den aktuellen Modellen, wie der TT Serie oder dem Schwestermodell AD360. Der AD180 erschien auch vor dem AD360, daher ist dieser Blitz an sein Schwestermodell angelehnt.

Godox typisch ist, dass sehr helle und scharfe Display, welches sich nicht einfach abschaltet, wie es üblicher Weise bei Kompaktblitzen der Fall ist.

Die Funktionen und Knöpfe sind intuitiv gestaltet und aufgebaut. Somit benötigt man keine Betriebsanleitung, wenn man vorher schon einmal einen meist komplizierteren Blitz bedient hat.

Sollte man bereits mit einem Modell der TT Serie arbeiten, muss man sich nicht einmal umgewöhnen.

Die Lichtmenge lässt sich mittels Einstellrad in 1/3 Blendenstufen bis auf 1/128 reduzieren. Bewegt man das Einstellrad schnell nach links oder rechts, erreicht man schnell den maximalen oder minimalen Lichtlevel. Und dies ohne endlos drehen zu müssen.

Mit drücken des Mode Knopfes erhaltet Ihr Zugriff auf 4 Funktionsmodi des Gerätes. Effektiv sind es aber 5 Modi die Ihr wählen könnt.

Diese 5 Modi sind:

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M – Manueller Modus

Ihr entscheidet mittels Einstellrad oder Transmitter, mit welcher Stufe Ihr blitzen wollt.

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S1 – Slave Modus

Das Gerät blitzt bei eingehendem Lichtimpuls, eines anderen Blitzes mit.

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S2 – TTL Slave Modus

In diesem Modus wird der TTL Vorblitz ignoriert und der AD180 erst mit dem Hauptblitz ausgelöst. Der AD180/AD360 Mark I sind rein manuelle Blitze und verfügen selbst über keinen TTL Modus. Erst die Mark II Modelle bieten Euch TTL.

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RPT oder Repeat / Stroboscopic

Stroboskop blitzen bietet sich an, wenn man einen ganzen Bewegungsablauf einfrieren möchte.

In diesem Modus könnt Ihr einige Einstellungen vornehmen und mit dem SET Knopf bestätigen und zu der nächsten Einstellung wechseln.

Bitte denkt daran, dass je höher die Blitzanzahl in diesem Modi ist, desto niedriger muss man den Power Level halten. Mit dieser Funktion bringt man den Blitz recht schnell an die Überhitzungsgrenze!

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HSS – High Speed Synchronisation

Auf den fünften Modus (HSS) erhaltet Ihr Zugang, indem Ihr den Mode und SET Knopf gleichzeitig drückt.

Mit drücken des Mode Knopfes verlasst Ihr den HSS-Modus wieder.

Der HSS Modus ist besonders geeignet, um gegen die Sonne zu blitzen und dadurch den beliebten Porty Look zu erzeugen.

 

Viel mehr gibt es zu den Einstellmöglichkeiten nicht zu sagen. Es gibt noch andere Knöpfe für das Autofokus Hilfslicht und für die BUZZ Funktion, hiermit kann man den Beep nach dem Recyceln an- und abschalten.

 

 

Alles in allem gibt es keine komplizierten Funktionen oder nervige Sleep-Modi. Man bekommt einen funktionalen und einfach zu bedienenden Blitz, wie man ihn sich als Fotograf wünscht.

 

Eine schöne Sache ist, dass man den Blitz mit dem Battery-Pack an- und ausschalten kann. Dies ermöglicht das Zuschalten des Blitzes aus erhöhten Positionen, da man durch das Energiekabel die Energieeinheit weit unterhalb des Blitzes platzieren kann. Ebenso kann man den Blitz abschalten und mit aktiviertem Battery-Pack einen anderen Blitz dennoch mit Energie versorgen.

Remote Manual Power Control – Zugriff via Transmitter

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Wie auch bei den anderen aktuellen Modellen der Godox Blitze, kann man mittels Receiver auch den AD180 fernbedienen. Ich habe den Receiver XTR16 und anderes Zubehör bereits im Artikel zum Godox AD360 vorgestellt. Den selbigen verwendet man auch beim AD180, um eine 2,4 GHz Funkverbindung herzustellen. Der Receiver wird einfach in den vorhandenen USB Port gesteckt und der Kanal gewählt. Schon kann es losgehen.

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Als Transmitter verwende ich den X1T-S Transmitter, mit welchen man komfortabel via Funk die Lichtstärke an der AD und TT Serie verändern kann. Mittlerweile gibt es auch noch einen weiteren Transmitter, den Godox Xpro-S. Das S steht für die Marke Sony. Da man die Transmitter an- und abschalten kann, ist es kein Problem je einen Transmitter pro Kamera zu verwenden. Man muss nur auf den gleichen Kanal, wie die Blitze arbeiten um diese anzusteuern. Es ist kein Pairing oder dergleichen von Nöten. Somit kann man den Transmitter schnell auf eine andere Kamera wechseln oder mit entsprechendem Transmitter (N für Nikon und C für Canon) auch andere Kamerahersteller ansteuern. Dann könnt Ihr bspw. mit einer Sony und einer Nikon an einem Set arbeiten. Dank des akustischen Feedbacks, kann man auch beim einstellen der Lichtstärke via Transmitter immer sicher sein, dass die Änderung vollzogen wurde. Dies spart Zeit und gibt Euch entsprechende Sicherheit beim Shooting.

 

Lichtstärke und Qualität

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Die Lichtstärke und Qualität des Godox AD180 unterscheiden sich deutlich von Kompaktblitzen.

Aufgrund des freiliegenden Blitzkopfes erhaltet Ihr eine deutlich bessere Lichtverteilung. Auch im HSS Modus ist der AD180 meist zwei Blendenstufen stärker als ein Kompaktblitz.

Im Gegensatz zum Kompaktblitz ist der Godox AD180/AD360 ohne Reflektor oder Softbox nicht zu gebrauchen!

Dabei muss man dank der Bauform der Blitzröhre nicht fürchten, dass er überhitzt oder beim Transport beschädigt wird. Diese ist äußerst stabil und dank ihrer Öffnung optimiert, um Überhitzung vorzubeugen.

 

Die Lichtschwankung wird von Godox mit + - 200 Kelvin angegeben. Dies ist mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmbar.

Ich habe bei meinen Einsätzen bisher keine Schwankungen festgestellt.

 

Als optischen Vergleich hier eine Ausleuchtungsserie, im direkten Vergleich mit dem Godox TT600s.

Der Godox TT600s kann auf eine Streuung von bis zu 20 mm eingestellt werden. Ich habe absichtlich diese 20 mm mit den 28 mm Reflektor verglichen, um Euch aufzuzeigen wieviel Potenzial der Godox AD180 hat.

Vergleich der Lichtausbeute Godox TT600S mit Godox AD180

Die Aufnahmen entstanden alle unter den gleichen Bedingungen. Aufbau siehe Skizze.

Sony A7 II mit Zeiss 35 mm 2.8, bei F16, ISO 100, 1/125

 

Die Blitze waren im 45 Grad Winkel auf eine weiße Wand gerichtet, mit 60 cm Abstand vom Blitzkopf zur Wand und 120 cm diagonalem Abstand zur Wand. Die Kamera war 340 cm von der Wand entfernt auf Stativ aufgebaut, mit einer Höhe von 140 cm.

 

Vergleich der Lichtabfall Godox TT600S mit Godox AD180 im HSS Mode bei 1/320 Sekunde

Hier nochmal ein Vergleich der Ausleuchtung im HSS Modus, bei frontalem Blitzen auf eine weiße Wand.

Abstand zur Wand waren es in diesem Test 130 cm mit gleichem Setup, Sony A7 II mit Zeiss 35 mm 2.8, bei F16, ISO 100.

 

Bei beiden Blitzen sieht man bereits bei 1/320 Sekunde einen deutlichen Leistungsabfall im HSS Mode. Diesen Leistungsverlust sollte Ihr immer im Hinterkopf behalten, wenn Ihr mit HSS arbeitet.

Folgendes Setup habe ich verwendet:

Vergleich Godox AD180 mit Godox AD360

 

Vom Grundaufbau her sind beide Geräte nahezu identisch.

Die zwei hauptsächlichen Unterschiede sind das Gewicht und das der AD360 mit einer wechselbaren Bodenplatte, zum Hotshoe geliefert wird.

Der Hauptunterschied ist, dass der AD360 eine Blendenstufe stärker als der AD180 ist.

 

Der reine Blitzkopf, ohne Akku-Pack wiegt beim AD360 780g und 550g bei dem AD180.

Aufgrund Gewicht und Größe ist der AD180 praktikabler auf der Kamera zu nutzen, als der AD360. Dennoch sind diese Blitze geeigneter, um entfesselt zu Blitzen. Hier können sie ihr ganzes Potential entfalten.

Im Gegensatz zum AD360 erhält man einen vollwertigen Adapter auf den Eurostecker und muss keinen passenden nachkaufen!

Der AD180 ist wie der AD360 mit einem Überhitzungsschutz versehen. Da der AD180 eine Blende weniger Licht emittiert ist er sogar etwas ausdauernder als der AD360. Grundlegend kann man aber von der gleichen Absicherung ausgehen.

Überhitzungsschutz – wann schaltet sich der AD180/AD360 ab

Leistungs-Level

/ Anzahl der Auslösungen (Durchschnittl.)

1/1

75

1/2

100

1/4

200

1/8

300

1/16, 1/32

400

1/64, 1/128

500

Hierbei wird immer von aufeinander folgenden Blitzsalven, ohne Unterbrechung ausgegangen.

Hier noch ein Größenvergleich, um sich ein besseres Bild zu machen.

Vergleich Godox AD180 mit Godox TT600s

 

Von der Funktionalität und dem Interface her, sind die Blitze ähnlich aufgebaut. Man beachte den geringen Größenunterschied. Natürlich kommt noch das Akku Pack dazu, aber dafür kann man auch deutlich größere Flächen ausleuchten!

Battery-Pack PB960

 

Es handelt sich um das gleiche Akku-Pack mit 4500 mAh, wie man es auch mit dem AD360 erhält. Da die Maximalleistung des AD180 aber eine Blende niedriger ist als beim AD360, erhält man doppelt so viele Auslösungen auf höchstem Level. Der AD180 schafft 900 statt 450 Auslösungen, wie beim AD360.

Die Recycle Zeiten kann man mittels Y-Kabel (2 auf 1) halbieren oder mit entsprechenden Y-Kabeln (1 auf 2) bis zu 4 Blitze mit einem Akku versorgen.

Technische Daten:

  • Max. Leistung 180WS
  • Synchronisationszeit bis zu 1/8000s
  • Leitzahl 60 (m ISO 100, mit Standard-Reflektor)
  • Standardreflektor hat eine Lichtreichweite von ca. 28mm
  • Betriebsmodi M (Manuell), S1/S2 (Slave-Modus), Multi (Stroboskopfunktion)
  • Zoom-Bereich 24, 28, 35, 50, 70, 80, 105mm
  • Neigungswinkel -15 bis 90 Grad
  • Drehwinkel 0 bis 270 Grad
  • Stromversorgung GODOX PB960 Lithium-Akku 4500 mAh
  • Batterielebensdauer 900 Auslösungen mit PB960 Li-Akku
  • Wiederaufladezeit ca. 0,05-2,6 Sekunden (mit PB960 Akku)
  • Farbtemperatur 5600±200K
  • Blitzdauer 1/300s - 1/10000 Sekunden
  • Abmessungen 70x90x205 mm
  • Gewicht (ohne Batterien) ca. 550g mit Akku-Pack und ca 1040g mit Akku-Pack
  • geeignet für alle Kameras mit Standard-Blitzschuh, wie Sony, Canon, Nikon, Pentax, Olympus

Lieferumfang:

  • 1 x Blitzgerät AD180
  • 1x Energieeinheit
  • 1x wechselbarer 4500 mAh Akku
  • 1x Verbindungskabel Blitz-Akku
  • 1x Tragegurt für Akku-Pack
  • 1 x Ladekabel
  • 1 x Standardreflektor
  • 1 x Reflektorfilter
  • 1 x Blitzlampe
  • 1 x Blitzständer
  • 1 x Schutzbeutel
  • 1 x Anleitung (Englisch)

Fazit

 

Die Zusammenfassung kann man auf rein technischer Seite kurz und knapp halten.

Mit dem Godox AD180 Bare Bulb Blitz erhält man ein sehr solide gebautes und leicht bedienbares Gerät.

Im direkten Vergleich zu hochwertigen Kompaktblitzen der großen Kamerahersteller, erhält man für weniger Geld einen Blitz der mehr Licht und dieses besser emittiert. Man hat keine Überhitzungsprobleme mehr, eine höhere Batterieleistung, dank ausdauerndem externen Battery-Pack und eine gut funktionierende Funkfernbedienbarkeit.

Eine hervorzuhebende Besonderheit ist das der HSS Modus bis zu 1/8000 Sekunde unterstützt wird.

 

Aus ergonomischer Sicht, bewährt sich der Godox AD180 im Fotoalltag durch einfache Bedienbarkeit und unkomplizierte Handhabung.

 

Ich bewerte das Gerät als hervorragend in seiner Preis-Leistung. Der Blitz ist vielseitig einsetzbar, nicht nur Outdoor. Dank großem Akku-Pack, ist er auch im Studiobetrieb ein zuverlässiges und komfortables Gerät.

Ein großes Manko sehe ich in dem fehlenden Einstelllicht und dem spärlichen und mit Softboxen unbrauchbaren Fokus Hilfslicht. Hier sind Standard Studioblitze deutlich komfortabler. Dafür bieten mir diese nicht eine solche Flexibilität, wie die Geräte der AD-Reihe.

Stand Mai 2018