Godox SK400 Studioblitz



Wie bereits in den vorangegangenen Artikeln angesprochen arbeite ich sehr gern und viel mit dem Godox-Blitzsystem, in all seinen Facetten. Auch im Studiobereich bietet Godox preislich sehr attraktive, kabelgebundene Blitze an. In diesem Artikel erfahrt Ihr mehr über den Godox SK400 Studioblitz.

 

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Das ich so gern mit Godox Produkten fotografiere ist zum einen dem sehr zuverlässigen Funksystem geschuldet, zum anderen weil es für Sony-Nutzer wenig brauchbare und bezahlbare Blitzsysteme gibt.

Der SK400 fiel mir erstmals beim stöbern in Ebay auf. Aufgrund seiner Leistungsdaten, der Möglichkeit ihn in dass 2,4 GHz Netz einzubinden und vor allem wegen des unglaublich niedrigen Preises entschloß ichmich den Studioblitz zu kaufen.

Ich muss an dieser Stelle anmerken, dass die Onlinepreise bei Godox-Produkten starken Schwankungen unterliegen und es sich durchaus lohnen kann etwas Geduld aufzubringen.

Den Godox SK400 erwarb ich für sagenhafte 92€. Jedoch schwankt der Preis sehr stark und der Godox SK400 kann auch schnell mal über 150€ kosten. Mittlerweile gibt es auch einen SK400 II, mit integriertem Receiver.

Meines Wissens gibt es wenige bis keine Fachhändler die Godox-Produkte in Ihrem Sortiment führen. Daher lohnt es sich bei Amazon oder Ebay auf die Suche zu gehen. Hier werdet Ihr deutsche Händler finden, die Euch Garantie und schnellen Versand anbieten.

 

Einer der wenigen Händler bei denen man auch mal Godox Geräte in die Hand nehmen kann ist im GNEShop, in München bei Herrn Günther Neumann. Zu finden unter www.gneshop.de. Hier kann man sich auch einmal eine Phase One mieten, für Aufträge mit großformatigen Druck.

 

Eigenschaften:

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Der Godox SK400 Studioblitz ist ein kompaktes und Lichtstarkes Bulb-Blitzsystem mit allen notwendigen Funktionen.

Für den dennoch geringen Preis dieses Studioblitzes erhaltet Ihr eine solide Leistung. Man kann die Blitz-Leistung in 20 Schritten á 0,1er Stufen von 1.0 bis 3.0 regeln.

 

Wichtig zu wissen ist, dass der Blitz sich nur auf 1/4 seiner Leistung herunterregeln lässt und kann damit schnell in vielen Situationen zu stark sein. Wenn Ihr den Blitz häufiger nur zur Aufhellung nutzen wollt, empfiehlt es sich den Abstand zum Motiv zu vergrößern und eventuell auch noch mit weißem Futterstoff abzudunkeln.

 

Alternativ kann man auch einen Godox SK300 kaufen. Dieser hat nicht ganz so viel Leistung und bringt für die meisten Anwendungen dennoch genügend Licht.

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Ihr könnt den Blitz optional mit dem Synchronkabel oder mit dem XTR-16 Receiver (X1T-S Transmitter vorausgesetzt) mit Eurer Kamera verbinden. Die Blitzleistung steuert Ihr manuell, am Gerät. Das ist bei meinen AD- und TT-Modellen deutlich komfortabler, weil ich hier die Stärke über den Transmitter regeln kann.

 

Des Weiteren verfügt er über ein Einstelllicht von 150 Watt, in 9 Stufen regelbar, ein akustisches Recycle-Signal, sowie Slave-Funktionen S1 und S2 (Auslösen via Lichtimpuls).

Die Slave S2 Funktion ermöglicht die Synchronisierung mit anderen Blitzen, die eine Vorblitz Steuerung haben (TTL).

 

Die Lichttemperatur bewegt sich in einem Bereich von 5600 Kelvin, mit einer Maximalabweichung von +/- 200 Kelvin. Die meisten Blitze agieren mit einer Farbtemperatur von 5500 Kelvin. Dies kann zu Problemen mit dem Weißabgleich führen, wenn Ihr verschiedene Blitzsysteme miteinander mischen wollt.

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Der Godox SK400 verfügt über einen praktischen Auto-Speicher und ruft Eure letzten Einstellungen beim erneuten Anschalten wieder auf.

 

Die Verarbeitungsqualität des Blitzes ist sehr gut und kommt laut Meinung vieler Nutzer an die Qualität von Jinbei und Walimex heran. Ein Großteil des Gehäuses besteht aus Metall und er besitzt einen Bowens-Anschluss. Dies ermöglicht Euch eine Vielzahl an Lichtformern zu verwenden.

Im Lieferumfang enthalten sind Ersatzsicherungen, Synchronkabel und Standardreflektor. Dies ist bei vielen anderen Herstellern schon lange nicht mehr der Fall. 

Erfahrungswerte:

 

Um das ganze abzurunden und nicht nur wie ein Technik Review erscheinen zu lassen, sprechen wir über meine ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Godox SK400.

 

Der SK400 kann Segen und Fluch zugleich sein, das sollte jedem bewusst werden der öfters auf kleineren Flächen arbeiten muss.

Als ich Ihn auspackte und die ersten Probeblitze abfeuerte, waren ich hellauf begeistert.

Nun, meine Studiogrundfläche beträgt in etwa 26 Quadratmeter, daher stellte sich schnell Ernüchterung ein.

Denn zum Anfang seines fotografischen Schaffens hat man das Problem zu wenig Licht zu haben, im Laufe der Zeit entwickelt man sich und ist bereit Geld zu investieren. Also warum nicht gleich etwas Dickes mit 400Ws kaufen. Klingt auch logisch, wenn man dann noch den niedrigen Preis in der Urteilsfindung berücksichtigt. Doch erst bei der Anwendung bemerkt man wie viel Licht man jetzt auf einmal hat.

 

Als redaktionellen und praktischen Hinweis: Viel hilft nicht immer viel!

 

Oft wird von erfahrenen Fotografen gesagt, dass zwei Studioblitze mit je 250 Ws vollkommen ausreichend sind. Dem muss ich mich mit einem Schmunzeln anschließen, in dem Wissen selbst betroffen zu sein.

 

Ja liebe Leser, es stimmt 250 Ws reichen wirklich aus. Daher empfehle ich bei kleineren Studios auch eher zum Godox SK300 zu greifen. Er ist nicht ganz so ein Lichtmonster, wie sein großer Bruder, aber bietet dennoch das komfortable Einstelllicht.

Da der Godox SK400 trotz seiner 20 Einstellstufen nicht so fein differenziert ist, wie die AD-Reihe, erschwert er die Findung der richtigen Lichtmenge. Das Arbeiten mit Ihm hat etwas von Holzfäller Mentalität. Entweder ganz viel Licht oder eben nicht.

 

Wenn man wie ich regelmäßig Anwendungen hat, wo es auch mal ein bisschen mehr Licht sein darf, wie Shootings in Sporthallen, dann ist er eine gute Wahl.

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Ich habe mich mit meinem SK400 gut arrangiert. Anfangs setzte ich ihn recht wenig ein, da er zu viel Licht von der Seite gab, selbst auf niedrigster Stufe, mit zusätzlichem Doppeldiffusor und großem Abstand.

 

Dank dem Kauf einiger guter Stative, der Marke Phot-R (Link) konntee ich meinen SK400 jetzt zusätzlich als Deckenlicht in der Produktfotografie einsetzen. So kam ich in den Genuss eines Dauerhaften Einstelllichts von oben, was den Workflow ungemein bereichert. Es ist mit den DSLM´s deutlich leichter zu Fokussieren und schon vorab zu erkennen wie das Licht in der Bildkomposition wirken wird. Doch auch bei dieser Anwendung des SK400 braucht man eine Deckenhöhe von mindestens 3 m. Da ich diese mit 2,60 m nicht erreiche, kann man sich mit einem weiteren Diffusor auf einem entsprechenden Halter behelfen. Diesen Diffusor Halter benutze ich um reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen.

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Sehr gut ein zusetzten ist dieser Studioblitz beispielsweise bei Modell Shootings, ab der Hüfte aufwärts und mit entsprechenden Striplights ist er auch zur Ganzkörperausleuchtung geeignet.

Die Bilder für das Fitness-Shooting mit Joe sind so entstanden. Hier war das Einstelllicht einmal wieder Gold wert. Dennoch musste ich auch bei der Entstehung dieser Bilder mit einem Doppel-Diffusor arbeiten.

Verwendet habe ich Ihn, in diesem Fall mit einem diagonalen Zangenlicht, um das Modell entsprechend auszuleuchten. Dabei kam der Godox SK400 meist von links oder rechts vorne und für das Backlight verwendete ich den Godox AD360. (zum Artikel)

Da ich die Phot-R Stative schon angesprochen habe, der SK400 wiegt mit 2,9 KG doch ein bisschen mehr als ein Kompaktblitz. Dies machte es mir anfangs sehr schwer den SK400 frei zu platzieren ohne Schweißperlen auf der Stirn zu bilden.

Meine ersten Stative waren sehr einfache und günstige Varianten und konnten das Gewicht des Studioblitzes, mit angebrachter Softbox nicht tragen. Ich lief immer wieder Gefahr, dass die Konstruktion umstürzt oder die Arretierung der Stativstreben nachgibt und der Blitz gen Boden stürzt. Es empfiehlt sich also gleich am Anfang ein paar Euro mehr, in bessere Stative zu investieren.

Pro

  • sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • via 2,4 GHz Funksystem synchronisierbar
  • Bowens-Anschluss
  • keine wahrnehmbaren Farbabweichungen
  • Synchronkabel und Standardreflektor enthalten

Contra

  • Leistung nicht fernsteuerbar, muss manuell geregelt werden
  • nur auf 1/4 seiner Gesamtleistung herunter regelbar
  • somit bei bestimmten Anwendungen zu stark
  • nur manuelle Steuerung möglich, kein TTL

Technische Daten:

  • Modell: SK400
  • Max. Leistung: 400Ws
  • Leitzahl (m ISO 100): 65
  • Farbtemperatur: 5600 +/- 200k
  • Betriebsspannung: AC 200-240V / 50Hz
  • Stecker: EU
  • Leistungsregelung: OFF, 1,0 ~ 3,0 (1 / 8-1 / 1)
  • Einstelllicht: 150W
  • Einstelllicht Ebene: 9 Stufen (L1 bis L9)
  • Rycle Zeit: 0.4-3s
  • Auslösung Methode: Synchronisierungs-Schnur, Test-Taste, Slave-Ansteuerung, drahtloser Steueranschluss
  • Blitzdauer: 1/2000 bis 1 / 8000s
  • Absicherung: 5A
  • Packungsgröße: 44 * 27 * 21,5 cm / 17,3 * 10,6 * 8.5in
  • Paketgewicht: 2871g / 6.33LB 

Lieferumfang:

 

1 * Blitzkopf

1 * Einstelllicht (Leuchtmittel mit 150 Watt)

1 * Standardreflektor

1 * Auflade Einheit

1 * Synchronisierungs-Kabel

2 * Sicherungen

1 * Benutzerhandbuch (chinesisch und englisch)


Fazit:

 

Zusammengefasst kann diesen Systemblitz jedem empfehlen der Studiofotografie mit Models betreibt und den gesamten Körper ausleuchten muss. Oder um größere Flächen zu erhellen, wie beispielsweise Fahrzeuge oder Menschengruppen.

Ihr könnt mit dem Godox SK400 problemlos 200 cm Strip-Lights und 150 cm Octa-Boxen betreiben.

 

Schwieriger zu verwenden ist der Blitz bei Anwendungen welche weniger Licht benötigen. Seine Leistung ist nur bis zu einem Viertel seiner Maximalleistung herunter regelbar. Die Leistungsstufen muss man per Hand, am Blitzkopf regeln und ich musste des Öfteren feststellen das eine Feinkalibrierung leichter und schneller durch verändern das Abstandes als über die Regelung der Leistungsstufen zu erreichen ist. Dies erschwert gelegentlich das Arbeiten mit ihm.

 

Dennoch sind sein Preis-Leistungsverhältnis und die Einbindungsmöglichkeiten in das Godox Funksystem absolute Pluspunkte, welche zu meiner sehr positiven Wertung beitragen.

 

Von mir gibt es eine Empfehlung für den Godox SK400, mit der Einschränkung dass er nicht für jede Anwendung geeignet ist. Aber so ist das nun einmal in der Fotografie. Es ist immer eine Preisfrage und viele Produkte sind speziell für bestimmte Anwendungen konzipiert.

Stand Mai 2018